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 Veranstaltungen

Jahrestagung 2017
Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2017
und 10-jähriges Bestehen von Defibrillator (ICD) Deutschland e.V.

Am 11. und 12. März 2017 fand die 11. Mitgliederversammlung und Jahrestagung unseres Bundesverbandes statt, zu der 80 Teilnehmer aus 37 Mitgliedsgruppen gekommen waren.

Der Bericht zur Jahrestagung wird demnächst hier erscheinen.

PDF Rückblick auf 10 Jahre Defibrillator (ICD) Deutschland e. V. von Peter Esterl

Programm der JT 2017




Bericht über die 10. Jahrestagung und Mitgliederversammlung von
Defibrillator (ICD) Deutschland e.V.
Jahrestagung Defibrillator Deutschland e.V.
Jahrestagung Defibrillator Deutschland e.V.

Am 12. und 13. März 2016 war es wieder soweit. Defibrillator (ICD) Deutschland e.V. lud zur offenen Jahrestagung und Mitgliederversammlung im Goebels Hotel Rodenberg in Rotenburg an der Fulda ein.
Der gemeinnützige Verband hat als zentrales Ziel, neue Selbsthilfegruppen zu gründen, um möglichst in ganz Deutschland wohnortnah solche Unterstützung anbieten zu können und mittels Öffentlichkeitsarbeit, auch mithilfe moderner Medien wie Facebook, das Thema „plötzlicher Herztod“ und „implantierbarer Defibrillator“ bekannt zu machen.
Es trafen sich Sprecher, Stellvertreter und Mitglieder aus Selbsthilfegruppen für Patienten mit implantiertem Defibrillator (ICD) aus der ganzen Republik. Über neunzig Interessierte fanden sich ein, um sich über Selbsthilfe und andere Themen rund um den Defi zu informieren und zu diskutieren.
Eine besinnliche ökumenische Morgenandacht „Wunderbar geborgen“ in der Kapelle des Herz- und Kreislauf-Zentrum stimmte auf die Veranstaltung ein.
In der Mitgliederversammlung wurde nicht nur intensiv und kritisch über die Ziele und deren Ausführung des Bundesverbandes diskutiert sondern erfreulicherweise bei den Neuwahlen der Vorsitzende Matthias Kollmar mit überwältigender Mehrheit für weitere drei Jahre wiedergewählt. Ebenso wurde sein bisherigeres Vorstandsteam mit Diana Katzenberger als Schatzmeisterin, Yvonne Naujocks (Öffentlichkeitsarbeit), sowie Uwe Katzenberger als zweiter Vorsitzender und Dr. med. Klaus Edel als Beisitzer bestätigt.
In der offenen Jahrestagung nutzten unter Anderem die Sprecher der Landesverbände die Möglichkeit, sowohl positive Aspekte ihrer Arbeit in der Selbsthilfegruppe als auch problematische Erlebnisse darzustellen. Insgesamt entwickelte sich hieraus ein intensiver Erfahrungsaustausch in lebhaften Gesprächen.
Dr. med. Stefan Steiner, Leitender Oberarzt der Abteilung für Rhythmologie im HKZ Rotenburg organisierte ein Rate-Quiz „Rund um den Defi“ mit einem TED-Fragesystem. Dabei konnte jeder sein Defi-Wissen testen und nebenbei in lockerer Atmosphäre neue wissenschaftliche Informationen aus diesem Gebiet erfahren.

Die Sonntags-Sitzung stand unter dem Thema „ICDs seit 1980 im Einsatz - Alle Probleme gelöst?“
Prof. Dr. med. Jörg Neuzner, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen im Klinikum Kassel, beklagte eindringlich verbreitete Mängel bei der Implantation, die Ärzte vermeiden könnten, sparte aber auch nicht an Kritik bei den Herstellerfirmen. Insbesondere hielt er es angesichts der aktuellen technischen Möglichkeiten für unvertretbar, dass immer noch Batterien verbaut werden, die Defis Laufzeiten von nur wenigen Jahren ermöglichen. Dies könnte problemlos im Sinne der Patienten geändert werden, auch die Größe der Geräte müsste nicht wesentlich zunehmen. Aber der Umsatz der Firmen würde dadurch zunächst sinken.

Dr. med. Heiko Burger, geschäftsführender Oberarzt der Herzchirurgischen Abteilung, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, schilderte anhand spektakulärer Bilder aus dem Operationssaal die technischen Schwierigkeiten, die bei der Entfernung von ICD-Elektroden auftreten können. Solche Eingriffe sind in der Regel dank moderner OP-Materialen zumeist problemlos, können aber im Einzelfall schlagartig und unvorhersehbar zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, die die sofortige Versorgung in einem spezialisierten Herzchirurgischen Operationssaal erfordern.

Es schloss sich eine spannende Pro- und Kontra-Sitzung zur Frage an, ob eine Untersuchung mit Kernspin-Tomographen bei Patienten mit ICD gefahrlos möglich ist. Dr. med. Jörn Schmitt, Leiter der Elektrophysiologie am Universitätsklinikum Gießen, stellte dabei die optimistische Interpretation der wissenschaftlichen Daten dar. Die kritische Gegendarstellung übernahm Dr. med. Oliver Przibille, Leiter des CCB Herzschrittmacher-Centrum in Frankfurt /Main.
Es blieb nur einzusehen, dass im Prinzip eine Kernspinuntersuchung vertretbar scheint, aber nur wenn zahlreiche Details beachtet und spezielle Vorkehrungen von erfahrenen Ärzten in entsprechenden Zentren getroffen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass fast täglich neue Daten, Empfehlungen bzw. Zulassungen durch Behörden in diesem aktuell hochbrisanten Bereich veröffentlich werden.

Der Vorstand war nicht zuletzt aufgrund der positiven Resonanz mit der Jahrestagung äußerst zufrieden und bedankte sich nach der Abschluss-Diskussion im Plenum für das konstruktive Feedback sowie die vorgeschlagenen neuen Ideen und Anregungen für künftige Veranstaltungen.
Die Jahrestagung 2017 ist bereits für 11.-12.März geplant und wird erneut im Göbels Hotel Rodenberg stattfinden.




Patiententag bei BIOTRONIK

Am 15. Juni 2015 waren wir zu Gast beim Patiententag des Berliner Medizintechnikherstellers BIOTRONIK und konnten am Produktionsstandort zahlreiche interessante Informationen und Eindrücke sammeln. Neben den Sprechern der Landesverbände sowie Vertretern weiterer Patientengruppen waren Diana und Uwe Katzenberger als Vertreter des Bundesverbandes von ICD Deutschland e.V. vor Ort.

Getreu dem Motto des  diesjährigen Patiententages „Das Herz im Takt – für ein aktives Leben“ stand der alltägliche Umgang mit der Erkrankung im Mittelpunkt der Diskussion und wurde auch von den Referenten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. So hat Dr. Stefan Steiner vom Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg über die Möglichkeiten mit ICD oder Herzschrittmacher Sport zu treiben referiert und dabei einen Überblick aktueller Empfehlungen gegeben.
Im Vortrag von Dr. Christa Bongarth aus der Klinik Höhenried wurde der Zusammenhang von Psyche und Herzgesundheit anschaulich erläutert. Denn zur Lebensqualität trägt nicht nur die körperliche Befindlichkeit bei, auch die Psyche spielt eine wichtige Rolle. Schließlich hat Dr. Christopher Piorkowski aus dem Herzzentrum Dresden das Krankheitsbild Vorhofflimmern und seine gefährlichen Folgen für Herz und Hirn diskutiert. Diese Rhythmusstörung betrifft auch viele ICD-Patienten und steigert das Schlaganfallrisiko. Dr. Christopher Piorkowski hat an der IN-TIME-Studie mitgewirkt, in der gezeigt werden konnte, dass ein rechtzeitiges Erkennen von Vorhofflimmern mit Hilfe von Home Monitoring den Therapieerfolg positiv beeinflussen kann.
Home Monitoring war auch Thema im Vortrag von Stephan Belli von BIOTRONIK, der die aktuellsten Studien hierzu sowie das seit kurzem verfügbare neue Patientengerät im Format eines Smartphones vorgestellt hat. Ergänzend wurde den Zuhörern ein Überblick zu den Neuentwicklungen von BIOTRONIK im Bereich der ICDs gegeben, darunter Algorithmen zur Schockreduktion und zur verbesserten Vorhoffflimmerdiagnostik.
Nach einer gemeinsamen Factory-Tour, bei der wir einen Blick in die Fertigung der Implantate und Elektroden werfen konnten, hatten wir bei einer abschließenden Diskussionsrunde die Möglichkeit, unsere Fragen und Gedanken mit den vortragenden Ärzten, Betroffenen und Mitarbeitern von BIOTRONIC auszutauschen.

Text: K.B.

Patiententag2015




Jahrestagung 2015 im Göbel`s Hotel Rodenberg in Rotenburg a. d. Fulda

Peter Esterl, Ehrenvorsitzender
Am Freitagnachmittag trafen die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur alljährlichen Jahrestagung des Bundesverbandes Defibrillator (ICD) Deutschland e. V. ein. Groß war bei vielen die Wiedersehensfreude, bei manchen erstmaligen Besuchern war aber auch eine gewisse Anspannung erkennbar.
Am Samstagmorgen wurde eine ökumenische Andacht in der Kapelle des Herz- und Kreislaufzentrums Rotenburg a. d. Fulda durch den Klinikseelsorger, Herrn Diakon Johannes Wiegard, angeboten. Dr. Stefan Steiner hat auf der Orgel diese Andacht musikalisch begleitet. Es bestand Übereinstimmung darin, dass die zum 2. Mal angebotene ökumenische Andacht fester Bestandteil der Jahrestagungen wird.
Andacht Andacht

Matthias Kollmar Matthias Kollmar, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Defibrillator (ICD) Deutschland e. V., konnte zur 9. Mitgliederversammlung und Offenen Jahrestagung der Defi (ICD) Selbsthilfegruppen am 14. und 15. März 2015 in Rotenburg a. d. Fulda 59 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen.
An der Tagung nahmen wieder Mitglieder aus 21 Defi-Selbsthilfegruppen aus 10 Bundesländern teil. Dies ist ein höchst erfreuliches Ergebnis, wenn man berücksichtigt, dass in den Landesverbänden Bayern, Brandenburg, Sachsen und Hessen eigene Regionalversammlungen stattfinden. In Baden-Württemberg ist auch geplant, jährlich eine Regionalversammlung durchzuführen.
Leider mussten 7 angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer wegen Erkrankung kurzfristig absagen. Matthias Kollmar wünschte allen Erkrankten alles Gute und baldige Genesung.
In seinem Rechenschaftsbericht stellte er sichtlich zufrieden fest, dass sich der Bundesverband kontinuierlich weiter entwickelt. Zurzeit sind dem Defibrillator (ICD) Deutschland e. V. immerhin 58 Defi-Selbsthilfegruppen und 202 Einzelmitglieder angeschlossen, die etwa 1.700 Betroffene repräsentieren. Weiter unterstützen derzeit 18 Kliniken und 6 Kardiologie-Praxen die Arbeit des Bundesverbandes.
Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die auch substantiierte Anregungen enthielten. Der Vorstand wird sicher einige in seiner weiteren Arbeit aufgreifen.
Beeindruckend waren die Berichte aus den Landesverbänden. Leider konnten der Sprecher des Landesverbandes Baden-Württemberg, Helmut Laue, und der Sprecher des Landesverbandes Sachsen, Herr Hans-Peter Kühn, ihre Berichte wegen Erkrankung nicht selbst vortragen.
Im Ergebnis konnte man erkennen, dass die Regionalisierung der Arbeit vor Ort, wie die Unterstützung bestehender und Gründung von neuen Selbsthilfegruppen, die Weiterentwicklung unseres Bundesverbandes signifikant gestärkt hat. Die Gründung von weiteren Landesverbänden sollte fortgeführt werden.
Die Tagungsteilnehmer hatten gleich zu Beginn der Offenen Jahrestagung ausgiebig Gelegenheit sich gegenseitig vorzustellen, ihre ganz persönlichen Erfahrungen in der Arbeit mit und in den Selbsthilfegruppen einzubringen. Hier wurden die individuellen und äußerst unterschiedlichen Probleme und Lösungsansätze in den einzelnen SHGs deutlich.

Dr. Klaus Edel Herzlichen Dank an Dr. Klaus Edel, ärztlicher Koordinator im Vorstand unseres Bundesverbandes, der mit seinem Vortrag
„Fritz, die Fettzelle – Freund UND Feind“
eingesprungen ist, da die im Programm angekündigte Referentin Frau Dr. Ischinger kurzfristig absagen musste.
Herr Dr. Edel hat die Erwartung eines informativen, aber auch unterhaltsamen Referates nicht enttäuscht.
Nachfolgende Informationen haben mich nachhaltig beeindruckt:

1. Fett essen ist nicht verboten, aber bitte auf die
    Energiedichte achten

    Fett hat den größten Energiegehalt!
   1 g Fett hat                                      9 kcal
   1 g Kohlenhydrat hat                      4 kcal
   1 g Eiweiß hat                                 4 kcal
   1 g Wasser hat                                0 kcal
Von daher ist es vernünftig, Mahlzeiten mit einer geringen Energiedichte zu essen –Daumenregel: viel Gemüse und Salat, da damit das Sättigungsgefühl schneller erreicht wird und die Energiedichte gesenkt werden kann!

2. wasserreiche Lebensmittel bevorzugen
aber frisch vor Konserve. Beispiel: für eine eingelegte saure Gurke können Sie vom Salzgehalt her 35 Salatgurken vertilgen, oder: eine kleine Büchse Erbsen (250 gr) entspricht 20 Kilo tief gefrorener Erbsen

3. Ballaststoffe senken die Sterblichkeit und …
- Machen satt OHNE Kalorien
- Regulieren die Darmfunktion
- Senken den Cholesterinspiegel

Besonders ballaststoffreiche Lebensmittel:
-Vollkornbrot und Haferflocken
-Gemüse, Salat, Kartoffeln
-Obst (Beerenfrüchte)

4. „Nimm 5“, ab und zu einen Schlankmacher-Tag einlegen
Es ist einfacher als man denkt:
Frühstück: 1 Glas Saft    
Vormittags: 1 Apfel
Mittags: eine Portion Gemüse
Nachmittags: ein paar Aprikosen
Abends: Brot mit Tomate

5
. Energiebilanz negativ halten
Bedeutet weniger Kalorien essen als sie der Körper verbrennen kann  + 30 Minuten leichte Bewegung pro Tag
Damit sind 500 gr./Woche Gewichtsreduktion möglich und gesundheitlich zu vertreten

6.  Die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind überholt, denn: 50% des täglichen Kalorienbedarfs aus Kohlenhydrate zu decken macht dick.

7. Übergewicht  - Ursache =  eine chronisch positive Energiebilanz
    • Die üblichen Verdächtigen: Genetik, zu wenig Bewegung, zu viel Fett
    • Die neuen Verdächtigen: zu wenig Schlaf, zu geringe Muskelmasse, Vererbung (Genetik),
      falsche Bakterien im Darm; hohe Fruchtzucker-Zufuhr, geringe Eiweiß-Zufuhr, zu hohe
      Energiedichte der Ernährung
    • Der Mensch ist ernährungstechnisch noch immer auf das Nahrungsangebot der 
      Steinzeit eingestellt, als wir noch Sammler und Jäger waren. Gewissermaßen irren wir mit
      knurrendem Magen auf der Suche nach Beeren, Wurzeln, Wild und Aas durch den
      Supermarkt. Quelle: http://drstrunz.de/news/2014/02/140213_der_steinzeitmensch.php

8. Fettverbrennung ankurbeln:
Erhöhte Eiweiß-Zufuhr fördert Sättigung und Sattheit und senkt damit das Risiko einer
überhöhte Energieaufnahme.
Die Fettverbrennung setzt sofort bei jeder Art von Bewegung ein.
Die Fettverbrennung steigt mit der Belastungsdauer. Darauf kommt es an.
Die Fettverbrennung lässt sich altersunabhängig ankurbeln.

9. Der optimale Fettverbrennungspuls ist INDIVIDUELL verschieden!

10. Daumenregel für Fettverbrennungstraining: den Puls beim Training ca. 20% über
      dem Ruhepuls halten (zügiges Gehen, gemütliches Nordic Walking)
Wenn Sie diese Regel täglich 6 Wochen lang für etwa eine Stunde befolgen MUSS Ihr Bauchfett schmelzen!

Der PowerPoint-Vortrag von Dr. Klaus Edel, Ärztlicher Direktor des Reha-Zentrums Bayrisch Gmain – Klinik Hochstaufen in Oberbayern ist auf unserer Website zu finden:
www.defibrillator-deutschland.de/inhalt/vorträge.html

Wenn Sie weiter Tipps vom Fachmann wollen dann schauen Sie auf die Homepage der Klinik oder nehmen mit dem Landessportarzt von Hessen direkt Kontakt auf:
T.:+49 8651 771161 | F.:+49 8651 771640|
dr.med.klaus.edel@drv-bund.de | www.rehaklinik-hochstaufen.de

Das Referat wurde mit viel Beifall bedacht. Inwieweit die neuen Erkenntnisse beim anschließenden Abendessenbuffet die Teilnehmer(innen) bei der Speisenauswahl berücksichtigt haben, entzieht sich meiner Erkenntnis. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass beim gemütlichen Ausklang am Abend noch eifrig diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Das Leitthema des Sonntages:
Der/die ICD-Träger/in als „Auto“-Fahrer/in.
Dieses Thema, das viele Defi-Patientinnen und- Patienten bewegt, wurde in den Referaten unter drei Gesichtspunkten behandelt:

Frau Schulze 1. Aus der Sicht der Fahrerlaubnis-Behörde
Referentin: Karin Schulze,
Regierungspräsidium Kassel

Frau Schulze beschreibt ihre Aufgabe in der in Hessen zuständigen Verwaltungsbehörde als Verpflichtung des Schutzes der Allgemeinheit vor ungeeigneten Fahrzeugführern. Grundlage hierfür sei das Straßenverkehrs- gesetz (StVG) in Verbindung mit der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). § 46 der FeV greift den Grundgedanken des StVG wieder auf:
Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen.
Mit der Entziehung erlischt die Fahrerlaubnis.
Bei Patienten mit Herz- und Gefäßkrankheiten greife die Anlage 4 Nr. 4 der FEV, siehe http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/fev_2010/gesamt.pdf
Herz- und Gefäßkrankheiten S. 72

Wichtig ist dabei die Unterscheidung je nach Führerscheinklasse.
Werden der Behörde Tatsachen bekannt, die Zweifel an der Eignung begründen, kann diese die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens anordnen.
Überraschend war die Aussage, dass die FeV nur den Herzschrittmacher, aber nicht den ICD kennt.
Weitergehende umfangreiche Definitionen finden sich in den „Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung“
Frau Schulze verweist darauf, dass diesen Bereich der Verkehrsmediziner und der Verkehrspsychologe weiter ausführen werden. Der PowerPoint-Vortrag von Frau Schulze ist auf unserer Website zu finden:
www.defibrillator-deutschland.de/inhalt/vortraege.html

Dr. Nachtmann 2. Aus der Sicht der Sicht des Verkehrsmediziners
Referent: Dr. med. Andreas Nachtmann, Chefarzt Neurologie, Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg

Dr. Nachtmann stellte gleich an den Beginn seines Referates einen schockierend bebilderten Zeitungsbericht mit der Schlagzeile:
Schlaganfall am Steuer - Auto rast in Fußgänger!
Das zu verhindern, übertragen u. a. auch ihm, die Vorschriften des StVG in Verbindung mit den darauf fußenden Ausführungsbestimmungen (FEV und insbesondere die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung).

Weiter stellte er seinen Ausführungen voraus, dass
• die Fahrerlaubnisverordnung keine medizinische Relevanz habe, sondern rein
  haftungsrechtliche bzw. juristische Regelungen beinhalte,
• nur die Behörde Autofahren verbieten darf,
• der Arzt beraten soll,
• der Arzt mit haftbar gemacht werden kann.

Regelungen der FeV:

  Gruppe 1
Eignung oder bedingte Eignung
Gruppe 2
Beschränkungen / Auflagen bei bedingter Eignung
  Krankheiten, Mängel Klassen A, A1, A2, B, BE, AM, L, T Klassen C, C1,
CE, C1E, D, D1, DE, D1E, FzF
Klassen A, A1, A2, B, BE, AM, L, T Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E, FzF
4 Herz- und Gefäßkrankheiten        
4.1 Herzrhythmusstörungen mit anfallsweiser Bewußtseinstrübung oder Bewußtlosigkeit nein nein
---
----
  - nach erfolgreicher Behandlung durch Arzneimittel oder Herzschrittmacher ja ausnahmsweise ja regelmäßige Kontrollen regelmäßige Kontrollen

Sie sehen, dass die FeV den ICD nicht kennt und nur den Herzschrittmacher anspricht.

Die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung i. d. Fassung vom 1. Mai 2014 umfassen auch die ICD-Träger/innen:

3.4.1 Herzrhythmusstörungen: Leitsätze
Wenn ein Fahrerlaubnisbewerber oder -inhaber unter Herzrhythmusstörungen leidet, die anfallsweise zu wiederholter Unterbrechung der Blutversorgung des Gehirns führen und damit zur Ursache von Bewusstseinstrübungen oder Bewusstlosigkeit werden können, so ist er nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen beider Gruppen gerecht zu werden. Grundlage der Beurteilung sollte in jedem Fall eine eingehende internistisch-kardiologische Untersuchung einschließlich 24-Stunden-Langzeit-EKG sein. Nach erfolgreicher Behandlung der Rhythmusstörungen, entweder durch Arzneimittel oder durch Anwendung eines sog. Herzschrittmachers, kann angenommen werden, dass der Betroffene bedingt wieder in der Lage ist, Kraftfahrzeuge der Gruppe 1 zu führen, wenn die Herzfunktion über 3 Monate normalisiert blieb und die durch die Unterbrechung der Blutversorgung des Gehirns entstehenden Symptome nicht wieder aufgetreten sind.
Nach Implantation eines implantierbaren Kardioverter/Defibrillator (ICD) kann erst nach einer längeren Verlaufsbeobachtung (wenigstens 6 Monate), die von entsprechend ausgerüsteten Kardiologen durchgeführt wird, eine Beurteilung erfolgen. Basierend auf einheitlichen europäischen Empfehlungen wird in der nachfolgenden Tabelle eine Klassifizierung zur Begutachtung von ICD-Patienten dargestellt. - Bei Patienten der Kategorie I besteht keine Einschränkung der Fahrerlaubnis, da das Risiko einer ICD-Entladung mit relevanter hämodynamischer Beeinträchtigung bei dieser Patientengruppe (prophylaktische Implantation) als gering eingestuft wird. Nach entsprechender Erholung von dem operativen Eingriff (in der Regel etwa nach 3 Monaten) können die Betroffenen wieder risikolos Kraftfahrzeuge der Gruppe 1 führen. - Für Kategorie II A mit niedrigem Risiko ohne erneutes Auftreten von Kammerrhythmusstörungen sind die Gefahren für 6 Monate doch noch so groß, dass ein Kraftfahrzeug nicht sicher geführt werden kann. - Für Kategorie II B mit einem mittleren Risiko kann bis zum Nachweis der Symptomfreiheit (z. B. Fehlen von Präsynkopen und Synkopen) unter der ICD-Therapie ein Kraftfahrzeug nicht sicher geführt werden. - Die Kategorie III umfasst Patienten mit einem sehr hohen Risiko für hämodynamisch instabile tachykarde Rhythmusstörungen. Sie können daher ein Kraftfahrzeug nicht sicher führen. Darüber hinaus gilt, dass die Voraussetzungen zur Bewältigung der Anforderungen zum Führen eines Kraftfahrzeuges der Gruppe 2 in der Regel für ICD-Patienten nicht mehr gegeben sind.
Empfehlungen

Die regelmäßige ärztliche Überwachung des Zustandes in Abständen von längstens 6
Monaten in Form einer regelmäßigen Kontrolle muss nachgewiesen werden.
Bei komplexen ventrikulären Herzrhythmusstörungen, nach Auftreten von Synkopen
oder bei Zustand nach Reanimation ist für mindestens 6 Monate anzunehmen, dass
der Betroffene den Anforderungen beim Führen eines Kraftfahrzeuges nicht gewachsen
ist. Danach ist regelmäßige Kontrolle der Effektivität einer Behandlung von Rhythmusstörungen
mit Durchführung eines 24-Stunden-Langzeit-EKGs und eventuell zusätzlicher
Spezialuntersuchungen erforderlich.
Die Voraussetzungen zur Bewältigung der Anforderungen zum Führen eines Kraftfahrzeuges
der Gruppe 2 sind in der Regel nicht gegeben.
Der PowerPoint-Vortrag von Dr. Nachtmann ist auf unserer Website zu finden:

www.defibrillator-deutschland.de/inhalt/vortraege.html

Lehnert

3. Aus der Sicht des Verkehrs-Psychologen
Referent: Dipl.-Psych. Bernd Lehnert, Leiter der Begutachtungsstellen für Fahreignung des TÜV Hessen- Kassel, Korbach, Göttingen

Die wichtigsten Grundlagen für die Arbeit des Verkehrspsychologen seien die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung; hierbei gehe es insbesondere um testdiagnostische Untersuchung der Leistungsfähigkeit, Reaktion, Wahrnehmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Orientierung. Diese Richtlinien sind juristisch bindend.
Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung - gültig seit 1. Mai 2014
http://www.bast.de/DE/FB-U/Fachthemen/BLL/Begutachtungsleitlinien-2014.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Herz- und Gefäßkrankheiten, ICD-Patienten s. S. 19, 20 und 21
Begutachtung
Zwischen den geltenden rechtlichen Grundlagen für die Beurteilung der Kraftfahreignung von ICD-Patienten und den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bestehen offensichtlich deutliche Unterschiede. Immer wieder konnte man raushören, dass jeder ICD-Patient gut beraten sei, die strengeren Regelungen der Begutachtungsleitlinien zu beachten, da die Leitlinien der DGK rechtlich nicht bindend seien.
Der PowerPoint-Vortrag von Dipl.-Psych. Bernd Lehnert ist auf unserer Website zu finden:
www.defibrillator-deutschland.de/inhalt/vortraege.html

Podiumsdiskussion
Teilnehmer:
• Manfred Kurz, Rechtsanwalt, Kanzlei Kurz  Ried, Bad Hersfeld
• Dipl. Psychologe Bernd Lehnert, Leiter der Begutachtungsstellen für Fahreignung des TÜV
  Hessen – Kassel, Korbach, Göttingen
• Dr. med. Andreas Nachtmann, Chefarzt Neurologie, Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg
Karin Schulze, Sachbearbeiterin im Verkehrsdezernat Regierungspräsidium Kassel
Moderation: Dr. Stefan Steiner, Abteilungsleiter Rhythmologie, Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg
Diskussion Einführend stellte Dr. Steiner provokativ die Thematik in den Raum, dass er einen Patienten untersucht habe und aufgrund ausgeprägter Herzrhythmusstörungen diesem erklärt habe, sich zumindest bis zur Wiederholungsuntersuchung nicht mehr ans Steuer eines Autos setzen zu dürfen. Muss er, als Arzt, Verstöße dagegen der Fahrerlaubnisbehörde melden?
Rechtsanwalt Kurz betonte, die ärztliche Schweigepflicht sei von grundlegender Bedeutung für das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Ärzte haben über das, was ihnen in ihrer Eigenschaft als Arzt anvertraut oder bekannt geworden ist, zu schweigen. Die ärztliche Schweigepflicht zähle zum Kernbereich der ärztlichen Berufsethik. Ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht kann daher neben berufsrechtlichen oder berufsgerichtlichen Maßnahmen sogar strafrechtliche Konsequenzen zur Folge haben.
Ausnahmen von der ärztlichen Schweigepflicht seien gegeben, wenn insbesondere unmittelbar Gefahr für Leib und Leben ggfls. auch Dritter erkennbar seien.
Man sieht, die Maßstäbe dafür seien sehr streng gefasst.
Der Arzt muss den Patienten auf das Fahrverbot hinweisen und tut auch gut daran, diesen Hinweis im Patientenakt festzuhalten. Der Patient ist als mündiger Bürger für eventuelle Folgen bei Nichtbeachtung selbstverständlich verantwortlich.
Frau Schulze stellte klar, dass die Fahrerlaubnisbehörde erst tätig werden könne, wenn ein konkreter Hinweis vorliegen würde, dass eine Änderung der Fahrtauglichkeit eingetreten sei.
Es ergab sich eine äußerst lebhafte Diskussion, die die individuelle Betroffenheit widerspiegelte.
Vielfach konnte man raushören, dass die Referate und die anschließende Diskussion das Verständnis für notwendige Fahrverbote gefördert habe.
Diskussion Diskussion
Diskussion Diskussion


Folgende Berichte finden Sie in unserem Archiv

Jahrestagung 2014
Arbeitstagung 2013
Jahrestagung 2012


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