Veranstaltungen


11. Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2017

und 10-jähriges Bestehen von Defibrillator (ICD) Deutschland e. V.


Am 11. und 12. März 2017 fand die 11. Mitgliederversammlung und Jahrestagung unseres Bundesverbandes statt, zu der 80 Teilnehmer aus 37 Mitgliedsgruppen gekommen waren.  

 PDF Rückblick auf 10 Jahre Defibrillator (ICD) Deutschland e. V. von Peter Esterl

 Programm der JT 2017



Bericht über die 10. Jahrestagung & Mitgliederversammlung von Defibrillator (ICD) Deutschland e.V. 2016





Am 12. und 13. März 2016 war es wieder soweit. Defibrillator (ICD) Deutschland e.V. lud zur offenen Jahrestagung und Mitgliederversammlung im Goebels Hotel Rodenberg in Rotenburg an der Fulda ein. Der gemeinnützige Verband hat als zentrales Ziel, neue Selbsthilfegruppen zu gründen, um möglichst in ganz Deutschland wohnortnah solche Unterstützung anbieten zu können und mittels Öffentlichkeitsarbeit, auch mithilfe moderner Medien wie Facebook, das Thema „plötzlicher Herztod“ und „implantierbarer Defibrillator“ bekannt zu machen. 

Es trafen sich Sprecher, Stellvertreter und Mitglieder aus Selbsthilfegruppen für Patienten mit implantiertem Defibrillator (ICD) aus der ganzen Republik. Über neunzig Interessierte fanden sich ein, um sich über Selbsthilfe und andere Themen rund um den Defi zu informieren und zu diskutieren. Eine besinnliche ökumenische Morgenandacht „Wunderbar geborgen“ in der Kapelle des Herz- und Kreislauf-Zentrum stimmte auf die Veranstaltung ein. In der Mitgliederversammlung wurde nicht nur intensiv und kritisch über die Ziele und deren Ausführung des Bundesverbandes diskutiert sondern erfreulicherweise bei den Neuwahlen der Vorsitzende Matthias Kollmar mit überwältigender Mehrheit für weitere drei Jahre wiedergewählt. Ebenso wurde sein bisherigeres Vorstandsteam mit Diana Katzenberger als Schatzmeisterin, Yvonne Naujocks (Öffentlichkeitsarbeit), sowie Uwe Katzenberger als zweiter Vorsitzender und Dr. med. Klaus Edel als Beisitzer bestätigt.

In der offenen Jahrestagung nutzten unter Anderem die Sprecher der Landesverbände die Möglichkeit, sowohl positive Aspekte ihrer Arbeit in der Selbsthilfegruppe als auch problematische Erlebnisse darzustellen. Insgesamt entwickelte sich hieraus ein intensiver Erfahrungsaustausch in lebhaften Gesprächen.

Dr. med. Stefan Steiner, Leitender Oberarzt der Abteilung für Rhythmologie im HKZ Rotenburg organisierte ein Rate-Quiz „Rund um den Defi“ mit einem TED-Fragesystem. Dabei konnte jeder sein Defi-Wissen testen und nebenbei in lockerer Atmosphäre neue wissenschaftliche Informationen aus diesem Gebiet erfahren.

Die Sonntags-Sitzung stand unter dem Thema „ICDs seit 1980 im Einsatz - Alle Probleme gelöst?“ Prof. Dr. med. Jörg Neuzner, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen im Klinikum Kassel, beklagte eindringlich verbreitete Mängel bei der Implantation, die Ärzte vermeiden könnten, sparte aber auch nicht an Kritik bei den Herstellerfirmen. Insbesondere hielt er es angesichts der aktuellen technischen Möglichkeiten für unvertretbar, dass immer noch Batterien verbaut werden, die Defis Laufzeiten von nur wenigen Jahren ermöglichen. Dies könnte problemlos im Sinne der Patienten geändert werden, auch die Größe der Geräte müsste nicht wesentlich zunehmen. Aber der Umsatz der Firmen würde dadurch zunächst sinken.

Dr. med. Heiko Burger, geschäftsführender Oberarzt der Herzchirurgischen Abteilung, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, schilderte anhand spektakulärer Bilder aus dem Operationssaal die technischen Schwierigkeiten, die bei der Entfernung von ICD-Elektroden auftreten können. Solche Eingriffe sind in der Regel dank moderner OP-Materialen zumeist problemlos, können aber im Einzelfall schlagartig und unvorhersehbar zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen, die die sofortige Versorgung in einem spezialisierten Herzchirurgischen Operationssaal erfordern.

Es schloss sich eine spannende Pro- und Kontra-Sitzung zur Frage an, ob eine Untersuchung mit Kernspin-Tomographen bei Patienten mit ICD gefahrlos möglich ist. Dr. med. Jörn Schmitt, Leiter der Elektrophysiologie am Universitätsklinikum Gießen, stellte dabei die optimistische Interpretation der wissenschaftlichen Daten dar. Die kritische Gegendarstellung übernahm Dr. med. Oliver Przibille, Leiter des CCB Herzschrittmacher-Centrum in Frankfurt /Main. Es blieb nur einzusehen, dass im Prinzip eine Kernspinuntersuchung vertretbar scheint, aber nur wenn zahlreiche Details beachtet und spezielle Vorkehrungen von erfahrenen Ärzten in entsprechenden Zentren getroffen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass fast täglich neue Daten, Empfehlungen bzw. Zulassungen durch Behörden in diesem aktuell hochbrisanten Bereich veröffentlich werden.

Der Vorstand war nicht zuletzt aufgrund der positiven Resonanz mit der Jahrestagung äußerst zufrieden und bedankte sich nach der Abschluss-Diskussion im Plenum für das konstruktive Feedback sowie die vorgeschlagenen neuen Ideen und Anregungen für künftige Veranstaltungen.